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Kirche, Klimakatastrophe und Aktivismus – Positionspapier der ESG Leipzig

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Die Leipziger ESG solidarisiert sich mit den Aktivisti der “letzten Generation” und will die Position der EKD und des Landesbischofs Bilz unterstützen. Das folgende Positionspapier wurde am 27.11.2022 vom Gemeinderat der ESG Leipzig verabschiedet. Wir laden alle ESGn und Kirchengemeinden herzlich ein, sich diesen Text zu eigen zu machen und ihn mit zu unterzeichnen:


Als Studierendengemeinde begrüßen wir ausdrücklich die Einladung einer Sprecherin der „Letzten Generation“ zur Synode der EKD. Unter dem Dach der ESG versammeln sich viele verschiedene fachliche Perspektiven, was einen intensiven Austausch erlaubt und zu angeregten Diskussion führt. Wir sehen dringenden Handlungsbedarf gegen die Klimakatastrophe und freuen uns, dass sich die EKD-Synode erneut mit dem Thema auseinandersetzte und dazu Aimée van Baalen als Sprecherin der „Letzten Generation“ eingeladen hatte. Insbesondere ihrer Rede stimmen wir vollumfänglich zu. (Rede auf der Synode: https://www.youtube.com/watch?v=zR-bF2JA1N0)
Die Dringlichkeit zum Handeln, die van Baalen anmahnt, findet sich auch in den Stimmen aus Wissenschaft und globalen Institutionen: UN-Generalsekretär Guterres sprach auf der COP-27 von der Aussicht auf eine „Klimahölle“, wenn die Welt den aktuellen Weg weiter fortsetzt. Dieses drastische Bild ist basierend auf den aktuellen Ergebnissen des IPCC-Berichts keine Übertreibung. Dabei gilt es zu bedenken, dass der IPCC-Bericht aufgrund des Konsensprinzips die Situation meist eher konservativ einschätzt.
Die jüngste Veröffentlichung des Expertenrats für Klimafragen zum Fortschritt der Bundesrepublik bei der Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens stellt unserer Regierung ein sehr schlechtes Zeugnis aus (https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/klimaziele-deutschland-expertenrat-101.html,
https://expertenrat-klima.de/content/uploads/2022/11/ERK2022_Zweijahresgutachten.pdf).
Die Ziele für 2030 sind kaum mehr zu erreichen. Umso wichtiger ist es, ein entschlosseneres Handeln für Klimagerechtigkeit einzufordern, damit wir die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen schützen, wie es unser Grundgesetz fordert (Art. 20 a) und auch vom Verfassungsgericht im Urteil vom 24. März 2021 verlangt wurde.


Es ist gut und dringend notwendig, dass es eine ganze Bandbreite an Aktionsformen gibt, um dieses Handeln einzufordern. Jede Art von Beteiligung und Aktivismus muss dabei aber auch kritisch diskutiert werden. Bedenklich finden wir, dass diese Diskussion bezogen auf die Gruppe „Letzte Generation“ in der Medienöffentlichkeit im Moment sehr einseitig geführt wird und mehr auf Generierung von Empörung gesetzt wird, als auf eine inhaltliche, faktenbasierte Auseinandersetzung. Hier möchten wir als Gegenpol zu den oft gehörten Extremismus-Vorwürfen der Politik kurz auf den Brief der Aktivisti an die Bundesregierung verweisen, der sehr deutlich die rechtlichen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen der aktuellen Lage umreißt und auch deutlich macht, dass die Rechtsverstöße und Störungen sehr bewusst und reflektiert geschahen: https://letztegeneration.de/brief-an-die-bundesregierung/ .


Wir sehen in der Kirche einen Raum, einer respektvollen inhaltlichen Auseinandersetzung Platz und Gehör zu geben, aber auch, eine christliche Perspektive in die Diskussion um Inhalte und Formen mit einzubringen. Christliche Verantwortung ist insbesondere ein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Die Vollversammlung der Bundes-ESG hat dies im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 so zusammengefasst:

„Eine Politik, die weiterhin ein profitorientiertes Wirtschaftswachstum an erste Stelle setzt, und damit die Lebensgrundlagen von Menschen und Tieren unwiederbringlich zerstört, ist nicht christlich.

Eine Politik, die den globalen Süden mit der Hauptlast der Klimakatastrophe alleine lässt, ist nicht christlich.

Eine Politik, die unseren nachfolgenden Generationen einen zerstörten Planeten hinterlässt, ist nicht christlich.“

Zitiert aus dem Beschluss der 7. Vollversammlung der Bundes-ESG vom 17.09.2021


Auch wir stehen für friedlichen Protest ein. Erinnert man sich an die Friedliche Revolution, die 1989 aus den Kirchen heraus wuchs, war gerade der Ruf „Keine Gewalt“, immer wieder aus der Kirche in die Menge getragen worden.

Frieden und Gewaltfreiheit ist aber nicht gleichzusetzen mit „Störungsfrei“ oder „Reibungslos“. Frieden im christlichen Sinne – analog dem jüdischen „Shalom“ – geht weit darüber hinaus. Frieden ist nicht gleichzusetzen mit Ruhe jetzt und vor unseren Augen. Unser Friedensbegriff schließt kollektives Wohlergehen ein und impliziert, dass die Bedürfnisse keines Lebewesens unerfüllt bleiben dürfen. Auch Klage und Leid dürfen und müssen in diesem Frieden bzw. auf dem Weg dahin zu Wort kommen. Eine Ruhe, die bequem die Augen verschließt vor dem Leid, das im globalen Süden erlebt wird, vor dem Schmerz, den uns die Natur klagt, ist kein Frieden. Im Gegenteil. Sie ist Gewalt. Gewalt an denen, die unter unserem westlichen Konsum leiden, Gewalt an denen, deren Ruf um Hilfe und Minimierung dieses Leids von uns im globalen Norden ignoriert wird. Gewalt an der Natur und an zukünftigen Generationen. Dorothee Sölle umriss dies schon 1983 in ihrer Rede beim ÖRK in Vancouver:

„Es gibt eine Art, Theologie zu betreiben, ohne dass die Armen und wirtschaftlich Ausgebeuteten jemals sichtbar werden oder zu Wort kommen – das ist Apartheidstheologie. Ich spreche hier von meiner sozialen Klasse, aber ich möchte alle aus anderen wirtschaftlichen Situationen einschließen, die denselben Idealen folgen, auch wenn sie sie noch nicht erreicht haben. Liebe Schwestern und Brüder aus der Dritten und aus der Zweiten Welt, ich bitte Euch: Folgt uns nicht. Beansprucht, was wir Euch gestohlen haben, aber folgt uns nicht. Ihr werdet sonst traurig mit dem reichen Jüngling von Christus Abschied nehmen müssen. Lasst Euch nicht auf unsere in der westlichen Welt entwickelte Vorstellung von “Fülle des Lebens” ein. Sie ist eine Lüge. Sie trennt uns von Gott, sie macht uns reich und tot.“

Dorothe Sölle, Vancouver 1983


Kirche muss in unserem Verständnis unbequem sein. Den Finger in die Wunde legen, wo Gewalt und Unfrieden herrschen.


Das Recht und die Notwendigkeit zum Widerstand ist niemals unumstritten und erfordert kritische Reflexion. So sah sich der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer in seiner Zeit und Situation vor die Frage gestellt, ob Kirche nur eine Fürsorgepflicht für die Opfer hat oder ob sie selbst in bestimmten Situationen dem „Rad in die Speichen fallen“ muss. Bonhoeffer redet nicht nur davon dem Rad in die Speichen zu „greifen“, sondern vom „Fallen“: davon, die eigene Sicherheit und Unversehrtheit aufs Spiel zu setzen, um einen Kurswechsel zu provozieren. Das Bild macht deutlich, dass dies selbst bei unsicheren Aussichten auf Erfolg geboten sein kann. Wir verstehen den gewaltfreien Aktivismus der „Letzten Generation“ als notwendigen Versuch dem Rad in die Speichen zu fallen.


Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas skizziert die Notwendigkeit zivilen Ungehorsams in einem Rechtsstaat:

„Wenn die Repräsentativverfassung vor Herausforderungen versagt, die die Interessen aller berühren, muss das Volk in Gestalt seiner Bürger, auch einzelner Bürger, in die originären Rechte des Souveräns eintreten dürfen. Der demokratische Rechtsstaat ist in letzter Instanz auf diesen Hüter der Legitimität angewiesen.“

Jürgen Habermas

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass unsere aktuelle Lebensweise im globalen Norden eine immense Gewalt und Auslöser von Unfrieden darstellt. Gewaltfreier ziviler Ungehorsam ist in Anbetracht dessen, dass unser Staat seiner verfassungsgemäßen und völkerrechtlich bindenden Aufgabe nicht gerecht wird, und in Anbetracht der Größe des entstehenden Leides ein legitimes Mittel. Auch mehrere Gerichtsurteile zu Waldbesetzungen und Straßenblockaden haben zuletzt die Legitimität zivilen Ungehorsams im Verhältnis zur Dringlichkeit der Lage und Untätigkeit unseres Staates hervorgehoben (https://taz.de/Urteil-zu-Baumbesetzung/!5890379/,
https://letztegeneration.de/blog/2022/11/freispruch-in-freiburg-und-sicherungshaft-in-bayern-wie-passt-das-zusammen/ ).


Unsere Mittel, über kirchliche Hilfswerke grenzüberspannende Netzwerke aufzubauen, Geschwistern aus dem globalen Süden Gehör in Politik und Gesellschaft zu verschaffen durch Partnerschaften und Veranstaltungen, haben wenig Früchte getragen. Zu groß ist die Übermacht derer, die sich am Leid und Unfrieden kurzfristig bereichern. Die Versuche, innerhalb unseres Rechtsrahmens durch die EKD, den Kirchentag, Brot für die Welt und andre Personen mit öffentlicher Reichweite wie Bischöfinnen und Bischöfe diese Gewalt anzuprangern und zu beenden, verhallten. Und daher unterstützen wir die, die dieses Unrecht gewaltfrei anmahnen. Aktivisti der „Letzten Generation“, der „Scientist Rebellion“ und viele andere Gruppen tun das, was im tiefsten Kern christliche Verantwortung ist: Sich auflehnen gegen Unfrieden und Ungerechtigkeit.


Erstunterzeichnende:

ESG Leipzig

Weitere Unterstützende:

Wenn eure Gemeinde diesen Text unterstützen möchte, teilt ihn auf euren Kanälen, kopiert oder verlinkt ihn auf eurer Webseite. Wenn ihr uns eine Mail mit dem Link schickt, wo er auf eurer Seite zu finden ist, nehmen wir euch in die Liste der Unterstützenden / Mitzeichnenden auf.

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Stadtradeln und Radnacht: Kilometersammeln mit ESG und CFF

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Seid ihr dabei? ab dem 9.9. gibt es wieder die Chance, beim Stadtradeln Kilometer für das Team der ESG zu sammeln. Unter dem Teamnamen “ESG – CFF Leipzig” sind wir zu finden. Meldet euch einfach beim Stadtradeln an, gebt die Kommune Leipzig an und schließt euch unserem Team an.

Die erste super tolle Chance zum kilometer sammeln gibt es bereits am 9.9.: um 19 Uhr startet die Radnacht als große Fahrraddemo am Teich im Clara Zetkin-Park (mehr INfos hier )Das Lastenrad der ESG wird voraussichtlich am Schluss des Demozuges zu finden sein. Ihr könnt auch schon ab 18:30 an der Sachsenbrücke nach uns Ausschau halten.

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75(+1) Jahre ESG Leipzig – wir feiern Geburtstag (nach)

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Schon letztes Jahr wollten wir euch und Sie zum Jubiläum einladen. Und so sind es nun 75 + 1 Jahre, die wir feiern können.

Am Samstag, den 11.6.2022 beginnen wir um 10:30 auf dem jetzigen Klangberg (ehemals Schuttberg der Paulinerkirche) mit einer Andacht.

(Anfahrt: Vom Hauptbahnhof mit Tram 15 bis Südfriedhof, Prager Str. Richtung Süden, links in Gerhard-Langner-Weg einbiegen, dann gleich wieder rechts, dann links am Spielplatz vorbei und rechter Hand auf den Klangberg steigen.)

Danach laden wir ins Georg-Siegfried-Schmutzler-Haus, in die Alfred-Kästner-Straße 11 in die ESG ein.

13:30 Uhr gibt es eine offizielle Begrüßung aller Gäste und die Möglichkeit für Grußworte.

14:00 Uhr begeben wir uns in ein Podium mit ehemaligen Studierendenpfarrern und Vertrauensstudierenden. Wie haben sie “ihre” Zeit in der ESG erlebt? Wie prägte diese Zeit?

Nach diesem Podium zum Thema “ESG und die Wende” wollen wir am Nachmittag mit Gesprächen, Kaffee und Kuchen und Musik durch Vergangenheit und Gegenwart der ESG gehen. Wir hoffen, in lockerer Atmosphäre mit vielen Generationen ehemaliger und aktueller ESGler ins Gespräch zu kommen.

15:30 Uhr wollen wir etwas gezielter ins Gespräch kommen zu verschieden Themen mit Hilfe eines World Cafe.

18:00 Uhr wollen wir den Tag gemeinsam mit einer Chor-Jazz-Messe beschließen.

Danach bietet sich die Gelegenheit in lockerer Runde noch an der Feuerschale zusammenzusitzen.

Um eine Anmeldung an foerderverein[at]esg-leipzig.de wird gebeten.

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Link für ZwischenZeiten der Sachsen-ESG

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Herzliche Einladung zu den Zwischen Zeiten der Sachsen-ESG heute um 19.30 Uhr!


Thema ist: “Zusammen:raufen – Verstehen einüben, wenn‘s um Vielfalt geht – Gewaltfreie Kommunikation” mit Sabine Schmerschneider; Päd. Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen, Dipl.-Sozialpäd. und Coach.

Hier ist der Link: https://kurzelinks.de/e9kh

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“Lied für den Feind” – Andacht zum Gemeindeabend am 17.06.

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Lieber Feind in der Ferne, der du selbst keinen Krieg willst, der du nur deine Pflicht tust zur Erhaltung des Schreckens, bitte hör deinen Feind an. Wenn sie dir heute sagen: “Der da will dir ans Leben! Will dein Haus niederbrennen, deinen Garten vergiften, deine Heimat vernichten!” Glaub ihnen nicht. Glaub ihnen nicht. Glaub ihnen nicht, um Himmels Willen.

“Lied für den Feind”, Album “Live – Du hast es nur noch nicht probiert” – Gerhard Schöne (1988)

So lautet die erste Strophe aus dem “Lied für den Feind” von Gerhard Schöne. In seiner Andacht lässt unser V Simon dieses ganz für sich sprechen. Aber hört selbst:

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“Feminismus” – eine Poetry Slam-Andacht zum Gemeindeabend am 10.06

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Unsere V Lena hat den Gemeindeabend zu feministischer Bibellektüre mit einem sehr passenden Poetry Slam von Svenja Gräfen eingeleitet.

Im Text unter dem YouTube-Video heiß es: <“Girls just want to have FUN(-damental rights)” – Svenja Gräfen mit einer Geschichte über Revolution, Aufstand, über Gleichberechtigung, gegen Ressentiments, Frauenfeindlichkeit und Sexismus. Ein erfrischend ansteckender Text!>

Was sich hinter diesem Poetry Slam verbirgt, könnt ihr euch hier anhören und ansehen:

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Weltfahrradtag & Bewahrung der Schöpfung – Andacht zum Gemeindeabend am 3.6.

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Viel Spaß beim Lesen der Andacht unseres V Simon.

Heute ist Weltfahrradtag. Vielleicht habt ihr von den Aktionen gehört, die überall in der Stadt waren. Es wurden Pop-Up-Bikelanes eingerichtet, um Platz für das Rad zu schaffen.

Ich halte das Fahrrad für eine geniale Erfindung. Es ermöglicht es einem, schnell von A nach B zu kommen und das mit einer unschlagbaren Effizienz. Sogar Strecken über 100 km kann man damit zurücklegen und das an einem Tag. Und dabei hinterlässt man auch noch einen relative kleinen CO2- Fußabdruck. Ich habe mal für mich nachgeschaut: Mit der App SimRa habe ich 234 km zurückgelegt und 32,33 kg CO2 im Vergleich zu einem durchschnittlichen PKW eingespart. Auch in der Verkehrsplanung hat man das Fahrrad als Lösung für viele Probleme erkannt. Sei es das Platzproblem in der Stadt, körperliche Gesundheit oder Umweltschutz.

Wir befinden uns in einer Klima- und Biodiversitätskrise. Das muss ich niemandem mehr erklären. Das hat auch die Kirche erkannt. „Bewahrung der Schöpfung“ ist, glaube ich, einer der Markenkerne des christlichen Glaubens geworden. Interessanterweise taucht die Wortgruppe „Bewahrung der Schöpfung“ so gar nicht in der Bibel auf. Man muss schon zwischen den Zeilen lesen. In Genesis 2,12 heißt es „Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahre.“ Dieser kleine Satz ist heute so wichtig. Noch bemerkenswerter finde ich, dass dieser kleine Satz überhaupt dort steht. Für die Verfasser war Umweltschutz sicher nicht Problem Nummer Eins. An ökologische Krisen war nicht zu denken. Trotzdem scheint hier ein ökologisches Bewusstsein vorzuliegen, nach dem Motto: „Wir brauchen die Natur und dürfen sie nicht zerstören.“ Das erste Buch Mose entstand zwischen 1000 v. Chr. Und 400 v. Chr.. So ein aktueller Gedanke vor so lager Zeit!

Und wie sieht es heute aus mit der Bewahrung des Garten Eden? Nicht gut, würde ich sagen. Wir, die Menschheit, scheint auf dem besten Weg zu sein, ein weiteres Mal vom Garten Eden Abschied nehmen zu müssen. Aber so pessimistisch will ich gar nicht sein. Zwar hat Naschen vom Baum der Erkenntnis das letzte mal dafür gesorgt, dass wir aus dem Paradies geworfen wurde, aber jetzt kann die Erkenntnis uns helfen, das Paradies zu bewahren. Das Wissen über den Klimawandel ist da, mögliche Lösungen gibt es auch zahlreich. Was fehlt ist das Bewusstsein, dass es ein Problem gibt, aber auch das ändert sich gerade. Es gibt viele engagierte Menschen, die etwas bewegen. Und im kleinen könne das alle. Und sei es, das Auto immer mal stehen zu lassen und mit dem Fahrrad zu fahren.